Oktober 20, 2018

Wie wird ein Wohnhaus abgerissen?

Sie haben endlich das passende Baugrundstück gefunden aber das darauf befindlich baufällige Wohngebäude muss abgerissen werden? So geht´s:

Zunächst müssen Sie den beabsichtigten Abriss des Gebäudes beim Bauamt anzeigen, eine Genehmigung ist dafür nicht erforderlich. Bei kleineren Gebäuden bis zu 300 cbm entfällt sogar die Anzeigepflicht. Außerdem hat die von Ihnen beauftragte Abbruchfirma die notwendige Sachkenntnis nachzuweisen. Oftmals übernimmt auch der mit Ihrem Hausbau beauftragte Bauunternehmer die Abrissarbeiten bestehender Gebäude. Eine Genehmigung zum Abriss ist lediglich für Gebäude erforderlich, die dem Denkmalschutz unterliegen.

Zu Beginn der Abrissarbeiten sollten Sie entscheiden, ob die einzelnen Teile des abgerissenen Gebäudes wie Bauschutt, Holz, Metalle, Müll und Sondermüll, sortiert und wiederverwendet werden sollen. Dieser Vorgang ist sehr aufwändig, erspart aber teilweise die Kosten der Abfuhr dieser Materialien.
Hat die Abbruchfirma nun die notwendigen Absperrmaßnahmen vorgenommen, kann der Abriss beginnen. Zunächst wird das Gebäude entkernt, das heißt, es werden die Fenster ausgebaut und alle Innenausbauten wie Küchen-und Badeinrichtungen entfernt. Durch ein Schuttrohr werden die Einzelteile und Bauschutt nach draußen in einen Container befördert. Kleinere Gebäude können nun mit einem Bagger umgelegt werden. Mit einem Sortiergreifer, einer Abrisszange und einem Hydrauklikhammer wird anschließend das Gebäude in seine Einzelteile zerlegt. Bei einem größeren Gebäude ist auch ein Kran und eine Abrissbirne erforderlich. Bei großen freistehenden Gebäuden, wie Hochhäusern, kommt eventuell zur Zeitersparnis eine kontrollierte Sprengung in Frage. Soll jedoch nur ein Teil eines Gebäudes abgerissen werden, setzt man eher Wandsägen und Kernbohrgeräte ein, um das restliche Haus nicht zu beschädigen.

Insgesamt erfolgen Abbrucharbeiten in München heutzutage eher als ein planmäßiger Rückbau, bei dem gleichzeitig die einzelnen Baustoffe sortiert werden, da die Entsorgung von Baumischabfällen sehr kostenintensiv ist. Insbesondere ist Kernschrott, wie Stahlträger und Moniereisen nur mit viel Aufwand zu zerkleinern und dann im Recyclingverfahren durch Einschmelzen zu beseitigen. Der Sortieraufwand beim Abrissvorgang ist daher immer der kompletten Abfuhr des Bauschrottes zu bevorzugen.

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