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Nicht für Kinder ist der Türkentrank…

Der Lehrer, Musiker und Komponist Carl Gottlieb Hering (1776 –1853) hat uns ein paar unsterbliche Kinderlieder-Evergreens beschert wie „Hopp-Hopp-Hopp Pferdchen lauf Galopp“ oder „Morgen Kinder wird’s was geben“. Ein weiteres Lied aus seiner Feder ist der „Kaffee-Kanon“, in dem über die Gefahren des Kaffee-Genusses gesungen wird: „C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee! Nichts für Kinder [...]

Der Lehrer, Musiker und Komponist Carl Gottlieb Hering (1776 –1853) hat uns ein paar unsterbliche Kinderlieder-Evergreens beschert wie „Hopp-Hopp-Hopp Pferdchen lauf Galopp“ oder „Morgen Kinder wird’s was geben“. Ein weiteres Lied aus seiner Feder ist der „Kaffee-Kanon“, in dem über die Gefahren des Kaffee-Genusses gesungen wird: „C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee! Nichts für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann.“ Das Lied hatte auf jeden Fall den Erfolg, dass Kinder bis heute nichts oder kaum etwas an Kaffee finden können. Vielleicht liegt es aber einfach auch an dem bitteren Geschmack, mit dem sich eher die Gaumen der Erwachsenen anfreunden können.

Und es scheint so, dass wir heute zumindest Kaffeegenuss-technisch echte Muselmänner geworden sind. Den Trank, den die Türken einst unfreiwillig nach Wien brachten, hat längst einen unglaublichen Siegeszug in der ganzen Welt hinter sich. Der Einsatz der Kaffeebohne war erfolgreicher als alle türkischen Bemühen, mit Waffengewalt die Welt zu erobern. Im Sommer 1683 belagerten die türkischen Truppen drei lange Monate Wien. Die Sieg-verwöhnten Türken konnten die Stadt aber letztlich nicht einnehmen. Sie wurden von den Truppen des deutschen Kaisers geschlagen und mussten ihre Belagerungs-Quartiere fluchtartig verlassen. Als die Kommandeure der deutschen Armee die Lager durchstöberten, fiel ihnen große Mengen Kaffee in die Hände. Und das war im Grunde der Anfang der vielgepriesenen Wiener-Kaffeehaus-Kultur, denn natürlich kamen die Wiener als erste in den Genuss dieses duftenden Getränks. Man experimentierte eine gewisse Zeit mit den Bohnen, aber bereits 1685, also 2 Jahre nach dem Sieg über die Türken vergab die Stadtverwaltung ihre erste Kaffeehaus-Konzession. Der Name dieses ersten Kaffeehaus-Betreibers ist vielen Wienern auch heute noch geläufig: Johannes Diodato. Er war ein armenischer Kaufmann, der viel in der Welt herumgekommen war und wusste, was eine gute Tasse Kaffee im Menschen bewirken kann.

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