August 26, 2018

Nachtlinsen

Seit dem Jahr 2003 wurde der Kontaktlinsenmarkt durch ein neues, bahnbrechendes Produkt erweitert: Die Nachtlinsen. Für so manchen mag es im ersten Moment märchenhaft klingen: Nachtlinsen trägt man ausschließlich im Schlaf und hat trotzdem tagsüber scharfe Sicht. Wie soll das funktionieren?

Nachtlinsen sind Formstabile Kontaktlinsen, die während man schläft tatsächlich die Form der Hornhaut in sanftem Maße verändern können. Diese Strategie funktioniert bis zu einer Kurzsichtigkeit von -4 Dioptrin. Leichte Hornhautverkrümmungen von bis zu -1,5 Dioptrin können ebenfalls mit Hilfe von Nachtlinsen behandelt werden.

Doch wie funktionieren diese Wunderlinsen denn nun genau? Dazu müssen wir uns kurz die Fehlfunktionen einer Kurz- oder Weitsichtigkeit klar machen. Bei kurzsichtigen Menschen ist der Augapfel in seiner Form zu lang und so werden die einfallenden Lichtstrahlen bereits gebündelt bevor sie auf die Netzhaut treffen. Eine Hornhautverkrümmung hingegen beruht auf unterschiedlichen Krümmungen der Hornhaut, was ebenfalls kein scharfes Bild auf die Netzhaut projiziert. Die Nachtlinse legt sich sanft auf die elastische Hornhaut und übt einen leichten Druck auf ihr Zentrum aus. Dies kann man erreichen, indem man die Linsen einfach ein wenig flacher formt als die Hornhaut. Die Hornhaut passt sich also an die Linse an und man sieht den Tag über aufgrund der verformten Hornhaut scharf. Nachtlinsen bergen dabei nicht mehr oder weniger Potential für Infektionen als alle anderen Linsen, da sie äußerst sauerstoffdurchlässig sind und ihre Anwendung ist kinderleicht: Vor dem Schlafengehen einsetzen, 15 Minuten nach dem Aufstehen heraus nehmen, fertig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.