Mangas sind nicht nur Inhalt zahlreicher Comics, sondern ,wie man während der Japanreise sehen kann, auch Lebenseinstellung. Was auf Europäer etwas abstrakt und befremdlich wirken mag, ist für Japaner oft die Flucht in eine etwas verrückte Welt. Japaner leben in ihrem Alltag in strengen Hierarchien, wie sie für Deutsche kaum vorstellbar sind. Ob in Familien oder im Berufsleben, wer in der Hierarchie über einem steht, hat das Sagen. Diskutiert wird nicht. Demokratische Grundgedanken kommen in Firmen überhaupt nicht vor. Dafür trägt der, der bestimmt auch die alleinige Verantwortung. Das bedeutet zwar Sicherheit, aber gerade für junge Menschen ist der soziale Druck sehr hoch. Mangas sind deshalb für viele Japaner eine erlaubte und beliebte Möglichkeit auszubrechen.
Wer seinen Urlaub in Japan verbringt, sollte sich deshalb keinesfalls die vielen Feste rund um die Mangas entgehen lassen. Deshalb lohnt sich die Japanreise besonders in der warmen Jahreszeit. An den Wochenenden treffen sich die Manga-Anhänger in den Parks um dort zu feiern. Nicht alle haben sich für ihre Lieblingsfiguren aus den Comics entschieden, auch phantasievolle Eigenkreationen gehören dazu. Die Frisuren sind kunstvoll und wer nicht erkannt werden will, der trägt eine Maske.
Viele Touristen nutzen ihre Japanreise dazu, Fotos von den Kunstfiguren zu knipsen. Allerdings sollte man die Akteure vorher fragen. Dazu muss man kein japanisch sprechen. Es genügt, die Kamera hochzuhalten und fragend zu gucken. Besonders junge Mädchen werden von Fotografen regelrecht umlagert. Die Kostüme können gerade auf Deutsche, die ihren Urlaub in Japan verbringen, mitunter auch etwas befremdlich wirken, denn das Hakenkreuz findet sich auf einigen phantasievollen Kostümen. Auch scheinbar blutige Krankenschwestern sind eine beliebte Kostümierung. Für die jungen Männer ist die heldenhafte Verkleidung reizvoller. Sie tragen Schwerter und Rüstungen. Junge Mädchen verkleiden sich gern mit Rüschen und kurzen Kleidern. Auch die aus den Manga-Comics entnommenen Weltraumpatrouille findet man während der Japanreise in den Parks. Während die Kostüme fast amtlich aussehen können, sind die Frisuren wieder futuristisch, hochtoupiert, bunt oder als Perücke sofort erkennbar. Alle Parkbesucher sind passionierte Mangaleser. In Japan erscheinen alle vier Wochen fast eintausend Mangabücher, Zeitschriften und Comichefte. Mangas gibt es für jede Bevölkerungsgruppe und mit verschiedenen Schwerpunkten. Sie richten sich mit einfachen Geschichten an kleine Kinder, mit Abenteuergeschichten an Jungen und wieder anderen an Mädchen. Auch für Erwachsene gibt es Mangas, die man beim Urlaub in Japan kaufen kann.